Für Babys im Einsatz - ASB-Notarztwagen in Wiesbaden feiert 30. Geburtstag

19.08.2010 - WIESBADENER-Kurier, von Kerstin Prosch
Daniela Rudnik aus Wiesbaden wird den 16. Juli 1981 niemals vergessen. Wie von den Ärzten prognostiziert kamen an dem Tag ihre Zwillinge auf die Welt. Alles verlief wie geplant und zunächst auch problemlos. „Aber Liliane war nur 1920 Gramm schwer“, erinnert sich Rudnik. Den Ärzten im DRK-Krankenhaus missfielen außerdem die Herztöne des Babys. Kurzerhand wurde daher entschieden, die Kleine in die Kinderklinik der städtischen Kliniken zu verlegen, die auf die Betreuung von Früh- und Neugeborenen spezialisiert war. „Man macht sich in so einer Situation unglaubliche Sorgen“, berichtet Rudnik. Beruhigt habe sie, dass mit dem Babynotarztwagen, kurz Baby-NAW, ein Spezialfahrzeug anrückte, dessen Besatzung sich mit dem Transport von Babys auskannte. Die ASB-Mitarbeiter seien auch sehr freundlich gewesen. Einige Wochen musste Liliane in der Kinderklinik bleiben. Ihr Zustand besserte sich aber täglich. Versteht sich, dass Rudnik überglücklich war, als sie die Kleine endlich zu ihrem Schwesterchen nach Hause holen konnte.
Zu Weihnachten daheim
Ebenfalls mit Zwillingen schwanger war Gertrud Bach aus Erbenheim. Sieben Wochen vor dem Geburtstermin ging plötzlich Fruchtwasser ab. Die werdende Mutter wandte sich Hilfe suchend an das JoHo, das sie sich mit ihrem Mann als Geburtsklinik ausgesucht hatte. „Ich dachte, die machen was und ich kann wieder nach Hause“, sagt sie. Doch die Ärzte sahen den Zustand der jungen Frau kritisch – so kritisch, dass sie sogar deren Transport in die Kinderklinik der städtischen Kliniken ausschlossen. Bach bekam ihre beiden Mädchen am 8. November 1981 im JoHo. Melanie wog gerade einmal 1480 Gramm, Stephanie 1700 Gramm. Beide wurden sofort im Baby-NAW in die Kinderklinik gebracht, erst Melanie, dann Stephanie. Das JoHo hatte das Fahrzeug eigens zur Geburt der Zwillinge angefordert. „Als ich in den Kreissaal kam, saß der Fahrer schon da und wartete“, erinnert sich Gertrud Bach. Bis zum 23. Dezember mussten die Kleinen in der Kinderklinik bleiben. Rechtzeitig zum Weihnachtsfest waren die Babys daheim – gesund und munter.
Am 22. August 1982 musste Marion Erfurt-Dear aus Wiesbaden unerwartet ins Krankenhaus, weil die Fruchtblase geplatzt war. Drei Tage später, am 25. August, kamen ihre Zwillinge auf die Welt – sechs Wochen früher als geplant. Töchterchen Jessica war quietschfidel, ihrer Schwester Christina ging es dagegen nicht so gut. „Sie hatte Probleme mit der Atmung“, erzählt Erfurt-Dear. Auch eine Blutvergiftung wurde festgestellt. Zwei Tage mühten sich die Ärzte der Kinderklinik im Paulinenstift um das Wohl der Kleinen, der es aber einfach nicht besser gehen wollte. Daraufhin wurde beschlossen, das Baby an die Uniklinik Mainz zu verlegen. Der Transport erfolgte im Baby-NAW.
ASB-Wagen war ein VW-Bus
„Mein Mann fuhr hinterher, weil wir nicht wussten, wo die Uniklinik war“, blickt Erfurt-Dear zurück. In Erinnerung blieb ihm, dass der ASB-Wagen ein VW-Bus war, schließlich besaß die Familie damals ebenfalls einen VW-Bus. Lange war es nicht nötig, damit nach Mainz zu pendeln. Bereits nach einer Woche kam Christina gesund nach Wiesbaden zurück – natürlich sehr zur Freude ihrer Familie.
Zurzeit sucht der ASB unter Telefon 0611/18180 Kontakt zu ehemaligen Besatzungsmitgliedern des Baby-NAW in seinen ersten Einsatzjahren.
Kontakt |
Klaus Krticka Bereichsleiter Rettungsdienst Tel.: 0611/1818121 Fax: 0611/1818190 |

